Eindrücke vom Tesla Model S 100D im Alltags-Test. Stop&Go in der City, heizen über kurvige Landstraßen und LongRange-Gleiten auf dem Highway. Was kann der Edel-Stromer und ist er eine echte Alternative zu den Fosilstoff-Verbrennern? Viele Fragen – einige Antworten und Denkanstöße.
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Business Class – Lexus ES 300h President
Diesmal bekommst du einen Eindruck vom Lexus ES 300h President – das luxuriöse Top-Modell. Wir bewegen uns im Bereich der oberen Mittelklasse, wo der ES auf 5er-BMW, E-Klasse-Benz und A6-Audi trifft. Während sich die deutschen Hersteller die fetten Stücke der Zulassungszahlen teilen, ist Lexus hier ein Stückzahlen-Exote. Ein verkanntes Genie?
Exterieur – der Erstkontakt mit dem Lexus ES
Wenn du ein Auto zum ersten Mal siehst, bekommst du einen Eindruck vom Außendesign. Der ES liegt satt auf der Straße. Das coupéhafte Auftreten mit der nach hinten abfallenden Dachlinie streckt die Limousine optisch. Sehr elegant steht der 5-Meter-Hybrid-Lexus vor dir.

Die coupéhafte Dachline und die perfekt ineinander fließenden Sicken und Kanten sind ein optischer Genuss
Buch-Tipp: MERCEDES-BENZ – Alle Autos mit dem Stern
Das Buch stellt eine Fundgrube für Mercedes-Benz Freunde dar, die immer schon eine komplette Übersicht über alle Mercedes-Modelle in einem Buch gesammelt haben wollten. Vom ersten Mercedes-Benz Dreirad bis zum aktuellen, elektrischen Mercedes-Maybach EQS spannt sich der Bogen.
Die Modellvielfalt des ältesten Autobauers der Welt ist atemberaubend. Für Übersicht sorgen Eberhard Kittler und Joachim M. Köstnick in diesem Band, der sich mit den Mercedes-Benz Personenwagen von 1926 bis heute beschäftigt. Klangvolle Modellnamen wie »Stuttgart« und »Nürburg« erinnern an glanzvolle Vorkriegs-Tage genauso wie die legendären Typen 500 und 540 K.

Volvo V60 und S60 – PlugIn Hybride Mittelklasse
Volvo PlugIn Hybrid der 60er-Baureihe. ‚Recharge‘ nennt Volvo seine Mittelklasse-Modelle mit ca. 4,76 m Länge. Hier im Vergleich liest du einerseits über die unterschiedlichen Karosserievarianten – den Kombi (Volvo V60) und die Limousine (Volvo S60). Außerdem erfährst du etwas über die Unterschiede zwischen den Ausstattungsvarianten ‚Inscription‘ (Komfort/Luxus) und ‚Polestar Engineered‘ (Sport/Power).

Der Volvo S60 T8 Polestar Engineered markiert das Topmodell der S60 Baureihe (Limousine)
PlugIn Hybrid als Gemeinsamkeit
In beiden Modellen werkt das gleiche PlugIn Hybrid System. Ein Elektromotor mit ca. 90 PS ergänzt den 2-Liter Turbo/Kompressor-Benzin-Direkteinspritzer mit 250 bzw. 320 PS. Somit dirigierst du bei Bedarf bis zu ca. 400 Pferde. In beiden Fällen kommst du in den Genuss eines Allradantriebs – vorne Verbrenner und hinten Elektro.

Je öfter die Batterie über Kabel geladen wird, desto weniger Treibstoffverbrauch
Eine 8-Gang Automatik überträgt die Leistung an die Vorder- bzw. der E-Motor direkt an die Hinterräder. Die Kraftverteilung funktioniert automatisch und selbstverständlich perfekt unauffällig.
Elektrisch leise – brummig mit Verbrenner
Die Möglichkeit, ca 30 Km rein elektrisch unterwegs zu sein, hat einen Charme. Du lädst die Batterie über Nacht daheim auf und bewältigst deine tägliche Fahrt ins Büro rein elektrisch. Das ist gut für den lokalen Schadstoffausstoß und für dein Gemüt – lautarm, elektrisch zu cruisen entspannt und macht Freude.

Der Volvo V60 T6 Inscription – leistungsstarke und geräumige Mittelklasse
Auch wenn sich der Benziner dazuschaltet bleibt der Volvo ein sehr ruhiges Fahrzeug. Der Vierzylinder gibt sich leicht brummig – stört beim V60 kaum. Beim S60 Polestar Engineered verstärkt es den sportlichen Charakter.
Fahrleistungen auf Sportwagenniveau
Die Fahrleistungen befinden sich bei beiden Modellen auf sehr hohem Sportwagen-Niveau. Der Standardsprint von 0-100 Km/h in 5,4 (V60 T6) bzw. 4,4 Sekunden (S60 T8 Polestar Engineered) ist schlichtweg grandios. Die Höchstgeschwindigkeit ist – lt. Volvo Konzernvorgabe – auf 180 Km/h limitiert – rein elektrisch ist bei 125 Km/h Schluss.

Der S60 T8 Polestar Engineered bietet Beschleunigungswerte eines Sportwagens
Stimmiges Gesamtpaket
Das stimmigere Motor/Fahrwerk/Fahrzeug-Paket steht mit dem S60 T8 Polestar Engineered vor dir. Kraftvolle Energie-Einheit kombiniert mit dem knackigem Fahrwerk ein kompaktes Kraftpaket – rüttelt dir aber nicht gleich alle Füllungen bei schlechter Fahrbahn aus den Zähnen. Wenn du bei 0-100 Km/h auf zwei Zehntel verzichten kannst (4,6 statt 4,4 Sek.), wähle den V60 in der Polestar Konfiguration. Dafür bekommst du einen variableren Innenraum bei nahezu identem Fahrgefühl.

Der Volvo V60 tritt mit elegantem Design auf – Inscription bedeutet Luxus und Komfort
Polestar Performance?
Dabei handelt es sich um feine Optimierungsmaßnahmen, um noch aktiver und dynamischer um die Kurven wetzen zu können. Der Motor reagiert direkter Gaspedalbewegungen und verfügt über etwas mehr Leistung und Drehmoment. Rascherer Gangwechsel und optimierte Schaltzeitpunkte runden das Paket ab.

Der stärkste Volvo S60 zeigt seine Ausnahmestellung auch mit ‚Polestar Engineered‘-Schriftzügen
Edle Sportlichkeit im Innenraum
Das Cockpit der beiden 60er ist ident und sämtliche Goodies, die du dir im V60 leistest, kannst du auch im S60 ankreuzen – außer spezielle Features, die nur für Kombi oder Limo möglich sind.

Das Cockpit wirkt gut aufgeräumt und stilvoll
Die Sitze sind in beiden Modellen erstklassig. Weder zu eng noch zu weit, bieten sie ausreichend Seitenhalt in flott gefahrenen Kurven. Polsterung und Sitzbezüge sind straff genug, um nicht wie in einem schwülstigen Sofa zu ermüden. Gleichzeitig ausreichend komfortabel um lange Tagesetappen von mehreren hundert Kilometern ermüdungsfrei zu bestehen.

Die Sportsitze des S60 Polestar Engineered sind exzellent sportlich und langstreckentauglich
Exklusivität zeigt sich oft in kleinen Details. Beim Volvo V60 beispielsweise durch ein klitzekleines ‚Fähnchen‘ an der Sitzlehne mit Schweden-Flagge oder die goldgelben Sicherheitsgurte im S60 Polestar Engineered.

Diese kleinen Feinheiten, wie dieses Schweden-Fähnchen, sind das Salz in der Suppe
Lenkrad – Haptik vom Feinsten
Das Lenkrad liegt mit seinem dicken Kranz angenehm in der Hand. Das ist wichtig, weil es der Teil des Autos ist, mit dem du am längsten in Berührung bist. Stichwort ‚Haptik‘: hier wie auch alle anderen Materialien, die in den beiden Volvos Verwendung finden, fühlen sich hochwertig an und wirst du gerne berühren. Bei der Verarbeitung erkennst du: diese Fahrzeuge werden auf Premium-Niveau gebaut. Nichts klappert, nichts scheppert, nichts quietscht,… Erwartung erfüllt!

Das Lenkrad sieht nicht nur geschmackvoll aus, es liegt auch gut in der Hand
Bedienbarkeit ohne Rätsel
Die Bedienung der beiden Test-Kandidaten gibt dir keine Rätsel auf. Du musst dir einige wenige Bedienfunktionen merken – den Rest schaffst du intuitiv. Falls nicht, weist dir das online verfügbare Handbuch bestimmt den richtigen Weg. Die meisten Funktionen findest du im zentralen Monitor über der Mittelkonsole. Die Instrumente vor deiner Nase sind im digitalen Zeitalter angekommen. Das hat den Vorteil der individuellen Konfiguration.

Die Bedienbarkeit der 60er-Baureihe ist intuitiv beherrschbar
Ausstattung in Paketen
Mit den vielen verschiedenen Ausstattungspaketen kannst du dir Gutes tun. Die Testfahrzeuge verfügen über ein Sitzkomfort-Paket (elektrisch einstellbarer Beifahrersitz mit Memoryfunktion), ein Licht-Paket (Voll-LED Scheinwerfer mit Reinigungsanlage), ein Winter-Paket (Lenkrad- und Sitzheizung, Standheizung, beheizbare Scheibenwaschdüsen), eine Akustikverglasung, ein Panorama Glas-Schiebedach, etc.

Schaumheferln stehen nicht in der Aufpreisliste, passen aber gut in den Cup-Holder
Sicherheit – aktiv wie passiv
Volvo ist nach wie vor für die hohe Sicherheit seiner Autos bekannt. Daher halten auch in diesen Modellen alle gängigen Assistenzsysteme Einzug. Spurhalteassistent und adaptiver Tempomat sind selbstverständlich an Bord. Interessant sind beispielsweise der Notbremsassistent bei Gegenverkehr – funktioniert auch beim Linksabbiegen auf Kreuzungen. Das City Safety System erkennt automatisch Fahrzeuge, Fußgänger, Radfahrer und Großtiere. Dadurch reduziert es die Möglichkeit von Zusammenstößen oder verringert zumindest die Auswirkung einer Kollision. Connected Safety warnt vorausblickend vor rutschigen Fahrbahnverhältnissen oder vor Autos, die mit Warnblinkanlage am Straßenrand stehen.

Top-Moderne Schweden-Technik trifft hier auf britische Klassik
Fazit des Redakteurs
Mit den Modellen V60 und S60 zeigt Volvo, wie exklusive Premium-Fahrzeuge in der Mittelklasse aussehen können. Willst du in dieser Klasse hohe Qualität fahren und trotzdem nicht in deutschem Mainstream unterwegs sein? Dann ziehe die 60er Baureihe von Volvo in die engere Wahl. Der V60 punktet mit seiner hohen Variabilität des Kombis. Der S60 in der Variante ‚T8 Polestar Engineered‘ trumpft mit Thor’s Hammer unter der Haube auf.

Der S60 T8 Polestar Engineered zaubert dem Tester ein freudiges Lächeln ins Gesicht
Daten & Fakten des Testfahrzeuges Volvo V60
- Fahrzeug: Volvo V60 T6 AWD Recharge Inscription
- Motor: Benzin mit Turbo und Kompressor plus Elektro (PlugIn Hybrid)
- Hubraum: 1.969 ccm
- Leistung kW/PS: 186/253 (Benzin) + 64/87 (Elektro) = 250/340 Systemleistung
- Drehmoment Nm: 350 bei 1.850-3.000 U/Min (Benzin) + 240 bei 0-3.000 U/Min (Elektro)
- Kraftübertragung: 8-Gang Automatikgetriebe
- Antriebsart: Frontantrieb (Benzin) bzw. Allrad (plus Elektro)
- Beschleunigung 0-100 Km/h: 5,4 Sek.
- Höchstgeschwindigkeit: 180 Km/h (abgeregelt), 125 Km/h (rein elektrisch)
- Verbrauch (WLTP-Norm): 1,80 l/100 Km (kombiniert)
- Verbrauch (Test): je nach Elektro-Anteil (auch 0 l/100 Km möglich) bei vorausschauender Fahrweise, bei der gleichzeitig die Batterie geladen wird: ca. 9-10 l/100 Km
- Länge: 476,1 cm
- Breite: 185,0 cm (mit eingeklappten Außenspiegeln)
- Höhe: 143,2 cm
- Radstand: 287,2 cm
- Kofferraumvolumen: 529-1.441 Liter
- Leergewicht: 2.075 Kg
- Reifen: 235/40 R 19 (Sonderausstattung; Serie 235/45 R 18)
- Preis des Testautos: EUR 71.160,-
- Sonderausstattung: 19″ Leichtmetallfelgen, Metallic-Lackierung, Voll-LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Keyless Entry, Vordersitze Lenkrad Windschutzscheibe und Scheibenwaschdüsen beheizbar, Standheizung, Adaptives Fahrwerk, Akustikverglasung, Harman Kardon Premium Sound System, etc.
- Online-Konfiguration des Testfahrzeuges: Volvo V60 T6 AWD Recharge Inscription
Daten & Fakten des Testfahrzeuges Volvo S60
- Fahrzeug: Volvo S60 T8 AWD Recharge Polestar Entineered
- Motor: Benzin mit Turbo und Kompressor plus Elektro (PlugIn Hybrid)
- Hubraum: 1.969 ccm
- Leistung kW/PS: 233/318 (Benzin) + 65/87 (Elektro) = 298/405 Systemleistung
- Drehmoment Nm: 430 bei 4.500 U/Min (Beinzin) + 240 bei 0-3.000 U/Min (Elektro)
- Kraftübertragung: 8-Gang Automatikgetriebe
- Antriebsart: Frontantrieb (Benzin) bzw. Allrad (plus Elektro)
- Beschleunigung 0-100 Km/h: 4,4 Sek.
- Höchstgeschwindigkeit: 180 Km/h (abgeregelt), 125 Km/h (rein elektrisch)
- Verbrauch (WLTP-Norm): 2,10 l/100 Km (kombiniert)
- Verbrauch (Test): je nach Elektro-Anteil (auch 0 l/100 Km möglich) bei vorausschauender Fahrweise, bei der gleichzeitig die Batterie geladen wird: ca. 10 l/100 Km
- Länge: 476,1 cm
- Breite: 185,0 cm (mit eingeklappten Außenspiegeln)
- Höhe: 143,1 cm
- Radstand: 287,2 cm
- Kofferraumvolumen: 391 Liter
- Leergewicht: 2.060 Kg
- Reifen: 235/40 R 19
- Preis des Testautos: EUR 74.532,-
- Sonderausstattung: 20″ Leichtmetallfelgen, Voll-LED-Scheinwerfer, 360 Grad Parkkamera, Keyless Entry, Vordersitze Lenkrad und Scheibenwaschdüsen beheizbar, Head-Up-Display, Hub-Schiebedach, Adaptives Luftahrwerk, Harman Kardon Premium Sound System, etc.
- Online-Konfiguration des Testfahrzeuges: Volvo S60 T8 AWD Recharge Polestar Engineered
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Text und Fotos: Andreas Icha
Toyota GR Supra – alles super?
Toyota Supra? Ja, eine Legende, die Ihren Ursprung im Toyota 2000GT aus den 60er Jahren findet. Ein Merkmal zieht sich durch alle Supras und dessen Vorgänger wie ein roter Faden. 6-Zylinder-Frontmotor mit Heckantrieb. Hier findest du eine Ausnahme. Unser Testfahrzeug wurde mit einem 4-Zylinder-Aggregat bestückt. Nein, nicht gleich die Augen verdrehen! Wart’s ab.

Alpine A110S – èmotion sportive
Die Alpine A110S. Ein Sportwagen. Ein Zweisitzer. Ein Mittelmotor. Ein S wie die Spitze der Modell-Palette. Eindruck! Ja, den macht sie, die Alpine. Èmotion sportive steht ganz oben auf der Liste.
Zitate der Vergangenheit
Die Alpine A110 ist inspiriert von der berühmten Berlinette aus den 60er/70er-Jahren, die damals erfolgreich in der Rallye Weltmeisterschaft eingesetzt wurde. Alpine serviert mit der neuen A110 eine Melange modernsten Autobaus und Traditions-Werten der Ur-Alpine – agil, kompakt und leicht. Die Karosserie-Linien und die Lichtsignatur mit den vier Front-Scheinwerfern zitieren die Alpine von anno dazumals.
Erster Eindruck der Alpine A110S
Tief geduckt liegt die Alpine auf der Straße. Ein gespannter Muskel – bereit, die geballte Kraft zu entfesseln. Runde Formen, ein kompaktes Äußeres und eine Ahnung von der gebotenen Power ziehen mich in ihren Bann. Die Vorfreude auf die erste Sitzprobe steigt wie ein losgelassener Helium-Luftballon in lichte Höhen.
Marcus Stanzel vom Alpine Center Wien übergibt mir die Eintrittskarte zum Glück in Form einer Fernbedienung in Kartenform, die ein Keyless-Go ermöglicht. Kleiner Exkurs: Marcus ist Alpine Advisor und frisch gebackener Staatsmeister im Auto-Slalom. Mit einer Alpine A110 am Start, konnte er im letzten Saisonrennen den Sack zumachen und den Meister-Titel einstreifen. Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Meisterschaft. Top-Fahrer und Top-Auto – eine Kombi, die passt.
Anziehen statt einsteigen
In einen Bus oder in einen SUV steigst du ein. Eine Alpine ziehst du dir an, wie einen Maßanzug von Dior. In den Testwagen wurden die nur 14 kg leichten Sabelt Schalensitze mit Carbon-Verkleidung reingeschraubt. Die saugen dich rein – da willst eh nimmer raus. Verstellung geht nur vor/zurück – nix rauf/runter oder Lehne vor/zurück. Das brauchst du eh nicht. Feinjustierung machst du mit der Lenkrad-Verstellung. Alle notwendigen Schalter und Knopferln liegen in Griffweite.

Der Innenraum ist funktionell und klar gestaltet. Alles ist dort, wo es sein soll. Die Verarbeitung ist Premium
Langsam verschmilzt du immer mehr mit der Alpine. Die Hände streichen über das griffige Lenkrad. Die Daumen verhaken sich in ergonomischen Mulden und betten sich wie in Abraham’s Schoß. Warum die Griff-Flächen mit glattem und der obere Bereich des Lenkradkranzes mit rauhem Leder bezogen ist – und nicht umgekehrt – entzieht sich meinem Wissen. Ist halt so. Die Verarbeitung des Cockpits mit Leder und Carbon-Applikationen ist hochwertig und haptisch top. Den Innenraum zieren orange Farbtupfer – das Markenzeichen der ‘S’-Version.
Der Start-Knopf – der Weg zum Glück?
Stell den Fuß auf das Metall-Bremspedal und drücke mit dem Finger den rot leuchtenden Start-Knopf in der Mittelkonsole. Der nächste Schritt am Weg zum Glück ist vollbracht.
Hinter dir lässt der Achtzehnhunderter-Turbo-Benziner einen kurzen Brüller los. So unmittelbar – so nah – so echt! Drücke den ‘D’-Knopf – das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe legt unmerklich den ersten Gang ein. Los geht’s!
Erste ErFAHRungen
Erste Erfahrungen im Stadtverkehr – die Alpine fährt sich total unspektakulär. Und das ist gut so. 90 % Alltagstauglichkeit ist garantiert (die ersten 5 % Abzug gibt es wegen der schlechten Sicht nach hinten). Der Fahrmodus bleibt auf ‘Normal’ – die ‘S’ ist für alle Tage zu hart. Jede kleine Unebenheit federt auch dein Rückgrat mit ab. Weil die ‘Backbone-Suspension’ herhalten muss gibt’s weitere 5 % Abzug für die Alltagstauglichkeit. Die Start-Stop-Automatik hilft dir Sprit sparen bei den unzähligen roten Ampeln – warum sind die immer bei MIR rot?
Nächste Station: Stadtautobahn – die Wiener Südost-Tangente. Starker Verkehr – zum Glück kein Stop&Go-Verkehr. Die Alpine schnurrt bravurös in der Blech-Kolonne mit. Pass auf beim Spurwechseln – Stichwort ‘Sicht nach hinten’. Vom Alpine Center in Favoriten über die Südost-Tangente und die Donauufer-Autobahn bis Strebersdorf – Durchschnittsverbrauch: 6,5 Liter köstlichen Super auf 100 Km. Das ist für einen 292 PS starken Sportwagen mehr als OK – finde ich halt.
Kurvige Landstraßen – der natürliche Lebensraum
Aber jetzt! Wir nähern uns dem eigentlichen, natürlichen Lebensraum dieser Spezies. Jawoooohl!!! Kurvige Landstraßen! Sabber! Fahrmodus auf ‘Sport’. Das Fahrwerk wird noch eine Spur straffer, der Motor reagiert spontaner auf Gaspedal-Bewegungen. Ist die Alpine in der ‘Pure’- und ‘Légende’-Version schon ein Kurvengiral, so vermag die ‘S’ das noch zu toppen. 40 Pferdchen mehr im Rücken, 4 mm näher dem Boden, eine straffere Fahrwerks-Abstimmung und eine Hochleistungs-Bremsanlage von Brembo.
Im ‘Sport’-Modus hängt der Motor gierig am Gas! Beim Zurückschalten schnalzt er dir einen Zwichengas-Stoß rein und rotzt vor sich hin – ein Ohrenschmaus für Junge und Junggebliebene. Auf den Hunderter katapultiert dich die Alpine in 4,4 Sekunden. Bei 260 Km/h ist Top-Speed erreicht – brauchst du aber eh nicht auf der kurvigen Landstraße. Da zählen andere Werte.
Adrenalin pur – eine Imaginations-Übung
Und nun: eine Imaginations-Übung der feinen Sorte. Stell dir vor…Heute ist ein sonniger Werktag. Du hast dir heute frei genommen, um dich mit deiner Alpine zu vergnügen. Ein köstliches Frühstück genossen und los geht’s.
Zielgegend: das Weinviertel. Sanfte Hügel – kaum Verkehr – kurvige, gut einsehbare Straßen in äußerst dünn besiedeltem Gebiet. Die Straße führt dich zunächst durch einen Wald – gemütliches, entspanntes Durchrollen ist angesagt. Wald aus und das freie Geläuf breitet sich vor deinen Füßen aus. Garniert mit einem Asphaltband aus kurzen Geraden, mehr oder weniger engen Kurven, leicht an- und wieder absteigend. Und vor allem… LEEEER! Das Zeichen für ‘pedal to the metal’! Der Motor heult auf – die Automatik schaltet ein, zwei Gänge zurück und die knappen 300 PS drücken dich in den leichten Sabelt-Sitz, während die Alpine nach vorne schießt.
Die Kurve fliegt auf dich zu. Anbremsen – fest in die Brembos steigen. Diesmal per Schaltpaddles manuell zurückschalten. Einlenken – kurz vor dem Scheitelpunkt wieder aufs Gas. Raufschalten und Vorpfeilen bis zur nächsten Kurve. Wieder Anbremsen. Immer exakter – mehr und mehr bist du eins mit dem Auto. Die Grenzen des Machbaren bleiben in deinem Kopf – die Alpine ist noch weit davon entfernt. Das Grinsen im Gesicht wird breiter und breiter. Jawohl!!! Dafür wurde die Alpine A110 S geschaffen.
Tipp – geh an die Grenzen
Ein Tipp unter Freunden: versuche nicht, die Grenzen der Alpine im öffentlichen Straßenverkehr zu erkunden. Du könntest in die Illegalität abgleiten. Besuche einen der Track-Days, die vom Alpine Center für Besitzer und Interessenten angeboten werden – einen Bericht davon findest du in den nächsten Monaten hier im Magazin – stay tuned!

Bei diesem Kofferraum steht einer Wochenend-Tour zu zweit nichts mehr im Wege. Auch im Heck versteckt sich ein kleines Gepäckfach
Oder du reist zu einer Rennstrecke, die freies Fahren anbietet. Das Gepäck für diesen Ausflug bringst du im vorderen Kofferraum locker unter – zwei maßgeschneiderte Alpine-Trolleys passen da rein. Im Heck verstaust du deine Brieftasche und deinen Helm (?) oder so…
- Hier findest du einen Artikel über die Eckdaten der Alpine A110 S.
- Hier ein Bericht über die beiden Modelle ‘Pure’ und ‘Légende’.
Fazit des Redakteurs
Alpine bietet mit der A110 S einen genialen Sportwagen an. Auf kurvigen Landstraßen fühlt sich die Alpine am wohlsten. In der ‘S’-Variante für den Alltag etwas zu unbequem, besticht sie durch Power, Handlichkeit und einer Straßenlage mit einer Haftung wie ein Gecko. Der Kofferraum reicht für Wochenend-Ausflüge zu zweit. Fahrleistungen und Fahrspaß sind ganz oben auf einer x-teiligen Skala. Achtung Suchtgefahr!
Daten & Fakten des Testfahrzeuges
- Fahrzeug: Alpine A110 S
- Motor: 4-Zylinder Turbo Benziner – Heck-Mittelmotor
- Kraftübertragung: Heckantrieb
- Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
- Hubraum: 1.798 ccm
- Leistung: 215 kW / 292 PS
- Drehmoment: 320 Nm
- Beschleunigung 0-100 Km/h: 4,4 Sek.
- Höchstgeschwindigkeit: 260 Km/h
- Verbrauch (Norm): 6,4 l/100 Km (kombiniert)
- Verbrauch (Test): 6,5 l/100 Km (gemütliches Dahingleiten) bis
14 l/100 Km (Ausnutzung der Leistung – sehr sportliche Fahrweise) - Länge: 418 cm
- Breite: 180 cm (ohne Außenspiegel)
- Höhe: 125 cm
- Radstand: 242 cm
- Leergewicht: 1.114 Kg
- Reifen: 215/40 R 18 (vorne), 245/40 R 18 (hinten)
- Preis des Testautos: EUR 78.533,- (Alpine 110 S ab EUR 71.900,-)
- Optionale Ausstattung des Testautos:
- Rückfahrkamera
- Dach aus Carbon
- 18”-Leichtmetallräder von ‘Fuchs’
- Sabelt-Schalensitze mit Carbon-Verkleidung
- Fußmatten mit Alpine-Logo
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- Konfiguriere dir deine Alpine selbst: Alpine Konfigurator
Text und Fotos: Andreas Icha
Aston Martin am Nürburgring – Weekend als Testfahrer
Aston Martin ruft – diesem Ruf folgen ich gerne. Und wenn es sein darf, sogar bis zum Nürburgring. Dort befindet sich das Performance Center von Aston Martin Racing (AMR). Die Edelschmiede des Herstellers – hier werden die britischen Nobelsportler vorbereitet, um in der ‚Grünen Hölle‘, der Nürburgring Nordschleife, auf Herz und Nieren getestet zu werden. Über ein Aufregendes Wochenende mit Aston Martin am Nürburgring.
Quasi die Hexenküche von ‚Q‘, dem genialen Tüftler aus den legendären James Bond Abenteuern. James war an diesem Wochenende verhindert – ich sprang ein. Mit der Lizenz zum Fahren!

Andreas icha folgt dem Ruf von Aston Martin ins AMR Performance Center beim Nürburgring
Ford Ranger Raptor – ein moderner Saurier
Der erste Eindruck mit dem Ford Ranger Raptor: auf den ersten Kilometern durch Wien befällt dich das wohlige Gefühl der unendlichen Unverwundbarkeit. Nahezu nichts und niemand kann dich im Straßenverkehr physisch stoppen – alleine die Vernunft und die Moral gebieten Einhalt und Zurückhaltung.

Ford Focus ST – 280 PS Sportler im Schaf-Anzug
Der Ford Focus ST ist ein typischer Wolf im Schafspelz. Rein vom Äußeren kannst du nicht auf den Fahrspaß und die Fahrleistungen schließen, die dir dieser Kompaktsportler bietet. Da steht ein Sportwagen vor dir, der sich eine kompakte, eher unscheinbare Alltagshaut übergezogen hat.

Viele werden den Focus ST genau von dieser Perspektive aus sehen, wenn sie von ihm überholt werden
Aston Martin DBS Superleggera – superleichte Brutalität
Der Aston Martin DBS Superleggera, so die exakte Modellbezeichnung dieses hoch exklusiven Sportwagens, ist ein wahrer Verwandlungskünstler. Gerade noch schlurfst du untertourig durch eines der stillen Straßendörfer im niederösterreichischen Weinviertel. Ortsende! Plötzlich mutiert das sanfte Wesen zu einem brutalen, brüllenden Geschoß, das deine Ganze Aufmerksamkeit erfordert. 725 PS und 900 Nm gehen nicht spurlos an dir vorüber. Superleggera heißt übrigens ‘superleicht’. Böse Zungen behaupten, der Namenszusatz kommt daher, dass du super leicht ins nächste Radar tappst. Aber alles der Reihe nach…















