Wenn du ein Fan von Leichtbau und purem Fahrspaß bist, dann gab es vor kurzem einen Tag mit zwei Gesichtern für dich. Bei Alpine in Dieppe sind gerade die letzten Einheiten der aktuellen A110 vom Band gelaufen, während gleichzeitig in Goodwood die elektrische Zukunft enthüllt wurde. Was dieser Meilenstein für die Marke wohl bedeutet? Lies weiter.

Ein emotionaler Abschied: 35.000 Mal Leidenschaft
In der traditionsreichen Manufaktur in Dieppe ist eine Ära zu Ende gegangen. Seit dem Start im Jahr 1969 wurden insgesamt 35.450 Einheiten der A110 produziert. Davon entfallen stolze 28.701 Fahrzeuge auf die zweite Generation, die uns seit 2017 mit ihrer Agilität begeistert hat.

Das letzte Modell ist ein echtes Sammlerstück: Eine Alpine A110 R 70, lackiert im ikonischen Alpine Blau mit schwarzem Kontrastdach. Wusstest du eigentlich, woher dieses berühmte Blau kommt? Es war kein Zufall der Rennsportgeschichte, sondern der spezielle Wunsch eines Kunden aus den 60er-Jahren, der seinen Wagen in Metallic-Blau wollte – der Rest ist Legende. Heute tragen über 58 Prozent aller in Dieppe gebauten Alpines eine blaue Lackierung.

Vorhang auf für die Alpine A110 FUTURE
Doch Trübsal blasen gilt nicht! Beim Goodwood Festival of Speed (9. bis 12. Juli 2026) zeigt Alpine, dass die DNA von Jean Rédélé auch ohne Verbrenner weiterlebt. Der Prototyp Alpine A110 FUTURE ist der erste Ausblick auf die dritte Generation, die vollelektrisch sein wird.

Das Ziel ist ambitioniert: Die neue A110 soll nicht nur der Marke treu bleiben, sondern aktuelle Verbrenner-Sportwagen in Sachen Leistung sogar übertreffen. Hier sind die technischen Highlights, die dich erwarten:
- Alpine Performance Platform (APP): Eine komplett neue Aluminiumarchitektur, die speziell für E-Sportwagen entwickelt wurde.
- Perfekte Balance: Trotz Batterie behält der Wagen eine ideale Gewichtsverteilung von 40:60 bei.
- 800-Volt-Technik: Cell-to-Pack-Batterien mit hoher Dichte sorgen für weniger Gewicht und extrem kurze Ladezeiten.
- Power im Heck: Eine neue 3-in-1-E-Achse mit zwei Motoren hinten und einem SiC-Wechselrichter liefert sofortiges Drehmoment und präzise Steuerung.
Ein französisches Ökosystem der Exzellenz
Alpine bleibt seinen Wurzeln treu. Auch die elektrische Zukunft wird tief in Frankreich verwurzelt sein. Während das Fahrwerk aus Le Mans und die Motoren aus Cléon kommen, werden die Batterien in Douai montiert. Sogar die Hochleistungsreifen entstehen in Zusammenarbeit mit Michelin.

Neben dem A110-Prototyp wächst die Familie weiter: Der elektrische Hot Hatch A290 und der bis zu 470 PS starke Sport Fastback A390 zeigen, dass Alpine den Weg zur ernstzunehmenden Elektro-Performancemarke eingeschlagen hat.
Fazit: Hat die Ente… äh, die Flunder noch Blut in den Adern?
In Dieppe wird bereits investiert, um die Manufaktur für die dritte Generation fit zu machen. Die Mitarbeiter dort sagen oft, sie hätten „blaues Blut“ in den Adern – und dieses Herzblut soll auch in den ersten echten Elektro-Sportwagen fließen. Es bleibt also spannend.

Text: Andreas Icha, Fotos: Renault Media