Du schätzt den instantanen Antritt eines Elektrofahrzeugs, scheust aber auf Fernreisen die Suche nach freien Schnellladesäulen? Der neue iCAUR V27 schlägt genau in diese Kerbe. Die Marke unter dem Dach der Chery Group setzt auf das sogenannte „Ultra-EV“-Konzept: Der Geländewagen fährt immer rein elektrisch, führt seinen eigenen Stromgenerator jedoch direkt im Motorraum mit.

Kein Getriebe, pure E-Power – so funktioniert die Architektur
Abseits klassischer Plug-in-Hybride positioniert sich der iCAUR V27! Bei der „Golden REEV“ getauften Architektur existiert keinerlei mechanische Verbindung zwischen dem Verbrennungsmotor und den Rädern. Ein Schaltgetriebe suchst du folglich vergebens. Ein verbrauchsarmer 1,5-Liter-Turbobenziner dient ausschließlich als Hochleistungsgenerator zur Stromerzeugung und lädt die Antriebsbatterie nach.

Das Fahrgefühl soll dadurch in jeder Situation identisch bleiben – völlig unabhängig vom aktuellen Ladestand des Akkus. In der Allradvariante (iAWD) sorgen zwei Elektromotoren für ordentlich Dampf: Satte 335 kW (455 PS) und 505 Newtonmeter Drehmoment katapultieren den Geländewagen in nur 5,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Erste ErFAHRungen gegen Jahresende folgen.
Effizienz und Lautstärke im Fokus
Der Verbrennungsmotor arbeitet stets im optimalen Drehzahlbereich. iCAUR gibt den thermischen Wirkungsgrad des Aggregats mit beeindruckenden 45,79 Prozent an. Der Generator verwandelt die Energie mit bis zu 95,38 Prozent Wirkungsgrad in elektrischen Strom. Aus einem Liter Benzin entstehen so rund 3,71 Kilowattstunden Energie.

Damit das Geräusch des Generators die Ruhe im Cockpit nicht stört, verbaut der Hersteller ein Paket aus 22 Dämmmaßnahmen. In Kombination mit Akustikglas und aktiver Geräuschunterdrückung erreicht der Innenraum selbst unter Volllast des Range-Extenders maximal 61 dB.
Die wichtigsten Technik-Daten im Überblick
| Kategorie | Spezifikation / Wert (Herstellerangaben) |
| Antriebskonzept | Serieller Elektroantrieb mit Range-Extender („Ultra EV“) |
| Systemleistung (iAWD) | 335 kW / 455 PS |
| Drehmoment | 505 Nm |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 5,9 Sekunden |
| Batterie-Technologie | CATL LFP-Batterie (34,31 kWh) |
| Wirkungsgrad | 45,79 % (Verbrennungsmotor) / 95,38 % (Generator) |
| Schutz & Offroad | IP68 Gehäuseschutz; bis zu 600 mm Wattiefe |
| Außenstromversorgung (V2L) | Bis zu 6 kW Abgabeleistung |
Robuste LFP-Batterie und echte Offroad-Qualitäten
Als Stromspeicher dient eine 34,31 kWh große LFP-Batterie von CATL. Eine integrierte Flüssigkeitskühlung schützt die Zellen vor Überhitzung. Gegen Beschädigungen und Witterung setzt der Hersteller auf eine Isolierung aus Aerogel, flammhemmenden Schaum sowie ein Gehäuse nach IP68-Schutzart. Belastungstests demonstrierten die Wasserdichtigkeit über 48 Stunden in einem Meter Tiefe. Offroad-Fans freuen sich zudem über eine Wattiefe von bis zu 600 Millimetern.
Ein praktisches Feature für Outdoor-Trips: Über die Ladebuchse und einen Adapter gibt das Fahrzeug bis zu 6 kW Strom an externe Geräte ab. Fällt der Akkustand unter 20 Prozent, startet das System automatisch den Generator nach.




Der Fahrplan für Europa
Der V27 bildet lediglich den Auftakt. Später folgen der ähnlich angetriebene V25 sowie der kompaktere, rein batterieelektrische V23. Detaillierte Angaben zu Preisen, Ausstattungslinien und den offiziellen WLTP-Werten reicht der Importeur Colmobil demnächst nach.
Fazit des Redakteurs
Der iCAUR V27 verspricht, das agile Fahrgefühl eines Stromers mit der Unabhängigkeit klassischer Verbrenner zu vereinen – ideal für lange Strecken und Offroad-Trips abseits ausgebauter Ladeinfrastruktur.
Text: Andreas Icha, Fotos: iCAUR Media