Verfasst von: Andreas Icha | 6. Juli 2015

Tesla Roadster Sport – was röhrt da?

Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (1)Tief im Fahrzeug sitzend, in die Leder-Sportschale hineingegossen genieße ich die 3,9 Sekunden von 0-100! Die Beschleunigung eines Supersportwagens! Das Dach offen, wie eine erblühte Lotusblüte. Der Wind pfeift und der Motor röhrt… NICHT! Weil…

Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (3)…ich in einem Tesla Roadster Sport das Gas(?)-Pedal mit dem rechten Fuß gegen das Bodenblech drücke. Und bei einem Tesla Roadster röhrt bestenfalls Gianna Nannini ‚incredibile‘ aus den Lautsprechern, wenn es denn sein soll. Der Motor – ein Elektroantrieb – gibt nur das elektromotortypische ‚Singen‘ an seine Umwelt ab, das entfernt an eine gut gedämmte Straßenbahn erinnert.

Tesla Roadster selber fahren – ja, schon lange ein (vielleicht zu) gut gehüteter Wunsch von mir wird Realität. Manfred Hillinger, Gründer und Inhaber von greenSportcars ermöglicht die Wunscherfüllung.

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Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (6)Das Karosserie-Design verursacht bei mir ein leichtes Déjà-vu. Kein Wunder, basiert dieser Elektro-Roadster doch auf dem Chassis einer Lotus Elise. Die schmucke Kohlefaser-Hülle und der Antriebsstrang werden für Europa in Hethel (Großbritannien) assembliert. Das Aussehen ist natürlich reine Geschmacks-Sache – ich bin begeistert davon.

Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (11)Der Blick im Innenraum fällt auf das griffige Dreispeichen-Sport-Volant von MOMO mit großem Pralltopf, der den Airbag beherbergt. Die dahinter platzierten Instrumente zeigen links Geschwindigkeit und Motordrehzahl (km/h und rpm), sowie rechts die gerade abgerufene Motorleistung bzw. gewonnene Energie in kW. Km-Stand, Reichweite und die ‚üblichen‘ Kontroll-Leuchten vervollständigen den Instrumenten-Träger.

Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (10)In der Mittelkonsole sind die Bedienelemente für die Audio- und Klima-Anlage untergebracht. Ein Bordcomputer gibt detaillierte Auskunft über zurückgelegte Strecken und Reichweiten je nach Fahrweise. Auf einen Schaltknüppel oder Automatik-Wählhebel wird dezent verzichtet. Beleuchtete Drucktasten für P-arken, R-etour, N-eutral und D-rive reichen für die Steuerung des Getriebes. Getriebe? 1 Gang ist ausreichend für 0-200 Km/h.

Für die lochfreie Beschleunigung ohne Zugkraftunterbrechung und Vibrationen ist der luftgekühlte, fußballgroße Elektro-Murl an der Hinterachse verantwortlich. 300 elektrische Pferde und ein Drehmoment von 400 Nm ab null U/Min sind doch eine Ansage, nicht wahr? Die ca. 1.300 Kilo tun der verzückenden Quer- und Längsdynamik keinen Abbruch und brennen einen Dauergrinser ins Antlitz. 1 PS hat dabei nur ca. 4,3 Kilos zu schleppen. Ca. 450 Kg gehen auf das Konto der Lithium-Ionen-Batterien, die bis zu 53 kWh speichern können. „Zu den 53 kWh Kapazität kommen noch 3 kWh dazu, die man als Fahrer nicht abrufen kann, um den Akku vor Tiefentladung zu schützen“, so der Tesla-Kenner Manfred Hillinger – jetzt wissen wir es ganz genau.

Je nach Ausnutzung der möglichen Leistung und der verschiedenen Fahr-Modi sind Reichweiten von 200-330 Km mit einer Stromfüllung möglich.

Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (12)Fazit: das größte Staunen löst bei mir die unglaubliche, gleichmäßige und gewaltige Leistungsentfaltung in der Kombination mit der Geräuschlosigkeit des Motors aus. Für mich als Benzinbruder fehlt (noch) die Geräuschkulisse eines Motors mit Sport-Auspuffanlage – auch, wenn es vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist.

Tesla Roadster Sport Manfred Hillinger und Andreas Icha (14)Die Karosserie ist ordentlich verarbeitet, die Armaturen sind klar, übersichtlich und gut ablesbar. Die Bedienung ist einfach und logisch. Der knappe Zuschnitt ist so, wie er bei einem Sportwagen sein soll.

Die Sitze und das Fahrwerk sind sportwagenüblich straff und trotzdem langstreckentauglich.

Der Tesla Roadster Sport liegt satt auf der Straße, der Grenzbereich ist auf öffentlichen Straßen kaum auszuloten – erstaunlich, wie lange die Flunder neutral in der Kurve pickt. Erst bei sehr hohen Kurven-Geschwindigkeiten oder bei rutschigem Untergrund ist das Heck aufmerksam zu beobachten. Denn dann trachtet es danach, die Frontpartie zu überholen.

Ein Elektro-Sportwagen mit alltagstauglicher Reichweite und mächtig Bumms und Exklusivität. Leider sind diese Fahrzeuge nur mehr als Gebrauchtwagen erhältlich, da die Produktion im Jahr 2012 eingestellt wurde.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für das Test-Fahrzeug an Manfred Hillinger von greenSportcars.at, Österreichs erster Elektro-Sportwagen-Vermietung.

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Text und Fotos: Andreas Icha


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