Elektroautos beschleunigen schnell, wirken oft aber furchtbar steril? Affalterbach liefert nun die passende Antwort auf genau diese Diskussion. Der neue Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ steht ab sofort im Konfigurator und drückt gewaltig auf die Tube.

Egal ob klassische Stufenheck-Limousine oder praktischer Shooting Brake – die Ingenieure werfen alles in den Ring, was moderne Antriebstechnik hergibt. Ob es AMG tatsächlich schafft kann nur ein ErFAHRungsbericht in nächster Zeit zeigen.
Technik, die den Kopf verdreht: Drei Axial-Fluss-Motoren
Das eigentliche Spektakel spielt sich unter dem Blech ab. Statt herkömmlicher Elektromotoren verbaut AMG gleich drei Axial-Fluss-Motoren (einen vorn, zwei hinten). Diese Bauart spart extrem viel Gewicht, bietet eine kompakte Bauform und liefert Dauerfeuer ohne Hitzekollaps.
- Systemleistung: Bis zu 500 kW (680 PS).
- Drehmoment: Irre 1.759 Nm maximal!
- Sprint von 0 auf 100 km/h: Unfassbare 2,7 Sekunden.
- Topspeed: Bis zu 270 km/h (mit optionalem AMG Dynamic Plus Paket).
Dank der zwei voneinander getrennten Heckmotoren gelingt die Kraftverteilung zwischen den einzelnen Hinterrädern millimetergenau (Torque Vectoring). Der vordere Motor schaltet sich bei Bedarf als zusätzlicher Booster dazu. Das klingt ja schon mal ganz gut – was meinst du?
Rekordzeit auf der Nordschleife
Dass der Stromer die Kraft auch auf den Asphalt bringt, zeigt der Blick in die Eifel. Mit einer offiziell notierten Rundenzeit von 7:32,070 Minuten stellt das Modell eine neue Bestmarke auf der Nürburgring-Nordschleife im Segment auf.
Das Geheimnis dahinter? Neben dem adaptiven AMG Ride Control Sportfahrwerk regelt eine schlaue Software namens Predictive Performance Manager das Energiemanagement. Das System scannt die Strecke vorausschauend und teilt die Akkuleistung optimal für ganze Runden ein.

Fake-Gänge und Sitz-Shaker: Verzweiflung oder Fahrerlebnis?
Wer den legendären Vierzylinder-Klang der früheren Verbrenner-Varianten vermisst, bekommt Abhilfe durch die Software-Abteilung. Aber eigentlich vermisse ich den Sechs- oder Achtzylinder-Soung – ganz ehrlich. Im Fahrprogramm „AMGFORCE S+“ gibt das Fahrzeug alles für eine perfekte Illusion:
- Virtuelle Schaltvorgänge inklusive spürbarer Zugkraftunterbrechung über die Schaltwippen am Lenkrad
- Generierter AMG-Vierzylinder-Sound über die Lautsprecher.
- Eingebaute Vibrationsmodule im Sitz („Sitz-Shaker“), die das Feedback des Motors direkt an den Körper weitergeben.
Ob man das mag oder als Spielerei abtut, bleibt Geschmackssache. Ausprobieren lohnt sich aber allemal! Ich sag’s gleich – für mich ist das nichts. Entweder echt oder halt nicht. Wir erleben ohnehin zu viel Fake auf dieser Welt.
Alltagstauglichkeit und Ladetempo
Rennstrecke klappt – wie sieht es auf der Langstrecke aus? Die nutzbare Batteriekapazität von 94 kWh sorgt dank 800-Volt-Architektur für ausdauernde Fahrten:
- Reichweite: Bis zu 670 km bei der Limousine, bis zu 640 km beim Shooting Brake (nach WLTP). Da dürfte auch in der Praxis noch genügend Reichweite übrigbleiben.
- Ladeleistung: Mit maximal 330 kW lädt der Akku an einer geeigneten Schnellladesäule in nur 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent – so es die Ladesäule auch leisten kann.
- Kurzer Kaffeestopp: 10 Minuten Laden bringen rund 270 Kilometer frische Reichweite.
Die Preise im Überblick
Günstig war der Einstieg bei den Sportmodellen aus Affalterbach noch nie. Für den österreichischen Markt gelten folgende Startpreise:
- Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ Limousine: ab 78.790 € inkl. MwSt.
- Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ Shooting Brake: ab 79.990 € inkl. MwSt.
Fazit des Redakteurs
Mercedes-AMG wagt beim elektrischen CLA 45 einen mutigen Spagat: High-End-Elektrotechnik trifft auf künstliche, emotionale Inszenierung. Wenn du auf brachiale Beschleunigung stehst und dir virtuelle Schaltrucke das Grinsen ins Gesicht zaubern, lohnt sich eine Probefahrt definitiv.
Text: Andreas Icha, Fotos: Mercedes-Benz Media