Wenn du dachtest, dass man von Platz 17 aus kein Rennen gewinnen kann, dann hat Mitch Evans dich in Berlin eines Besseren belehrt. Beim Berlin E-Prix (Runde 8 der Formel-E-Weltmeisterschaft) am 4. Mai 2026 lieferte der Jaguar-Pilot eine strategische Meisterleistung ab, die in die Geschichte dieser Saison eingehen wird.

Strategie-Poker: Reifen sparen für das Finale
Das Verrückte ist: Der schlechte Startplatz war zum Teil Kalkül. Mitch Evans und sein Team Jaguar TCS Racing entschieden sich bewusst dafür, das Qualifying etwas zu vernachlässigen, um Reifen für das Rennen zu sparen.
Der Plan ging perfekt auf:
- Geduld am Anfang: Evans hielt sich in der ersten Rennhälfte zurück und achtete extrem auf sein Energiemanagement.
- Der entscheidende Vorstoß: Mit einem perfekt getimten, sechsminütigen Attack-Mode schoss er von P18 mitten in die Führungsgruppe.
- Energie-Vorteil: Bis zur Mitte des Rennens hatte Evans das beste Energieprofil im gesamten Feld und konnte das Tempo von vorne kontrollieren.
Jaguar dominiert die Saison
Mit diesem Sieg feierte Jaguar TCS Racing bereits den vierten Erfolg in diesem Jahr. Das Team ist damit das einzige im Feld, bei dem beide Fahrer bereits zwei Saisonsiege auf dem Konto haben.

Pech für António Félix da Costa
Während Evans jubelte, erlebte sein Teamkollege António Félix da Costa ein Wechselbad der Gefühle. Er fuhr ein extrem starkes Rennen, lag zeitweise auf Rang 2 und kämpfte um den Sieg mit. Doch kurz vor Schluss kam das Aus: Nach einem Kontakt mit dem Porsche von Nico Müller erlitt er eine Reifenpanne und fiel bis auf Platz 18 zurück. Trotzdem zeigte er sich als fairer Teamplayer und freute sich über den Erfolg seines Teamkollegen.
Wie geht es weiter?
Die Formel E macht keine Pause. Jaguar nimmt den massiven Schwung aus Berlin jetzt mit ins Fürstentum. In zwei Wochen (16.–17. Mai) steht der Monaco E-Prix an – für Evans fast so etwas wie ein Heimrennen.
Text: Andreas Icha, Fotos: Jaguar Land Rover Media