Verfasst von: Andreas Icha | 25. Juni 2017

Jaguar F-TYPE 400 SPORT AWD – und er hat doch eine Seele!

Julian Scott schreibt auf der Webseite www.treffpunkt-philosophie.de einen Artikel über die Seele und ob Tiere eine solche haben. Er zitiert darin auch den römischen Philosoph Plotin, der die Beziehung zwischen Seele und Materie so beschreibt:

„Materie ist wie ein flüssiges Siegelwachs und die Seele ist das Siegel, welches dem Wachs die Idee des Lebendigen einprägt. Ohne Seele würden demnach die Welt und alle Kreaturen überhaupt nicht existieren.“

Was hat das mit einem britischen Sportwagen zu tun?

Der erste Eindruck – das Kennenlernen

Katze oder Kater? Die Katze… die Raubkatze… der Jaguar!

Die Raubkatze kauert sprungbereit im Eck – geduckt. Will sich scheinbar verstecken. Sie lockt mich. Will von mir domptiert werden. Ich nähre mich ihr – sehr bestimmt, jedoch empathisch. Vorsichtiges Abtasten. Da ist etwas… Spezielles. Nicht in Worte zu fassen. Es ist DA! Das Verstehen – diese Schwingung auf einer Ebene. Wir beide wissen: wir werden uns nichts schenken UND Spaß haben!

Der Kollege bei der Fahrzeug-Übergabe: ‚Da steht er. Kennen Sie sich aus? Wolln’s noch was wissen?‘. Verschmitztes Lächeln meinerseits, gepaart mit einer nonchalanten Handbewegung und einem überlegenem ‚Nein, vielen Dank! Ich werde hinspüren und mich inspirieren lassen. Das geht dann schon!‘. Sein Blick war göttlich!

Türe öffnen. F-Type-Aura spüren. Reinsetzen. Die Sitze passen wie ein Designer-Anzug von Armani – sportlich knapp und ausreichend bequem. Die richtige Sitzposition ist schnell gefunden, das Lenkrad in Stellung gebracht. Leider verdeckt der obere Lenkradkranz den oberen Teil von Tacho und Tourenzähler. ‚Eh wuascht!‘, wie der geborene Wiener denkt.

Gemmas an!

Der Druckknopf mit der Beschriftung ‚START‘ entfacht in mir den dringlichen Wunsch, die Raubkatze wach zu kitzeln. Gefühlt – getan! ‚ROAAARRR!‘ faucht es und wirft den Kompressor-geladenen 3-Liter-V6 in ein heiseres Brabbeln. Der Jaguar-typische Automatik-Drehknopf hebt sich wie der Aschen-Phönix aus der klavierbelackten Mittelkonsole.

Leichtes Streicheln des Gaspedals reicht um den F-TYPE lammfromm durch die Rush-Hour der Bundeshauptstadt Wien zu bewegen. Treibstoff sparend wirkt sich die Start/Stop-Automatik aus – jo eh, warum auch nicht.

Der Weg als Ziel

Zwecks optimaler Gewichtsverteilung (links/rechts – 50/50) packe ich einen guten Freund auf den Performance-Sportsitz in Premium-Leder an meine rechte Seite. Mit einem ‚Eh fesch. Und kann der a wos?‘ des praktizierenden NEINguar-Jüngers und JAguar-Skeptikers legen wir die Route fest und starten in Richtung des entfernten, ehemaligen römischen Reiter-Castells Comagena (heute Tulln genannt). In Wirklichkeit jedoch empfiehlt sich der Weg dorthin durch den südlichen Wienerwald als das eigentliche Ziel.

 

Ui, der Wald

Mit dem Eintauchen in die grünen, wohltuende Terpene verströmenden Wälder öffnen sich Herz und Drosselklappen! Der JAG und ich bilden sofort eine Symbiose – wir verstehen uns! Artgerechte Bewegung in kurvigem Geläuf enthalte ich ihm nicht vor – wär voll gemein! Die Fahrbahn wird wie wild aufgesogen. Zum Glück sind Bullen feige und fürchten sich vor finsteren Hänsel-& Gretel-Wäldern. Somit wird ‚pedal-to-the-metal‘ zum Programm.

Die abenteuerliche Verbindung von ausreichend Leistung (ok, mehr geht immer), einem perfekten Sportfahrwerk mit Allrad und einem besonnenen Fahrer mit angeborenen Racing-Genen (eine gesunde Selbsteinschätzung schadet nie) lässt grüßen. Das führt zu Adrinalin-Schüben und Freude-Eruptionen des zumindest temporär glücklichen Beifahrers. Akustisch dringen Wortspenden wie ‚Wooooooow! Bistudeppat – der pickt in da Kurv’n wia a Supakleba zwischen zwa Finga!‘ oder ‚Dem Propölla (Anm.: BMW) do vurn gemma oba glei die Gurk’n!‘ an mein geschultes Ohr. Das Katzerl, der Sozius und ich fanden somit das richtige Revier für den ach so notwendigen Auslauf.

Relax

Handzahm und nach Auto-Schweiß (Bremsen- und Reifenabrieb, verschmorte Rückstände im Motorraum, etc.) duftend (‚Heast, die Kotz miachtlt oba uandlich!‘) bringt uns der 400er auf Samtpfoten zur Rosenstadt.

Kinder und Frauen

Freilich darf auch die Einschätzung des weiblichen Geschlechts nicht fehlen. Mit möderischen Fahrleistungen und Brutalo-Sound lockt man die wenigsten Frauen hinter dem Herd hervor. Feedback vom Alt-Weibchen: ‚Oje, beim Runterklappen der Sonnenblende bricht man sich ja die Fingernägel ab!‘. Das Jung-Weiberl würgt ein ‚Das interessiert mich ja überhaupt nicht!‘ raus, macht am imaginären Absatz auf der Stelle kehrt und widmet sich wieder ihren Barbies.

Das 6jährige Jung-Männchen ist extrem begeistert von der vorne angeschlagenen Motorhaube. Auch das Gepäckabteil wird als ausreichend gutiert: ‚A Zahnbürsterl und a Badehose passt rein! Das reicht! Fahrma nach Elba?‘

Klassik darf sein

Das Sport-Coupé schnüffelt Klassik-Luft. Neben dem klassischen 83er XJ6 Sovereign fühlt sich das Sport-Katzerl ziemlich jung und dynamisch. Noch krasser ist die Begegnung mit einem italienischen Ur-Gestein – eine APE Calessino von Piaggio. Der F-TYPE verkneift sich ein Lächeln und schweigt – bis zum nächsten Motor-Start.

Für’n Stammtisch

Abschließend sollen die notwendigen Stammtisch-Daten unseres Test-Fahrzeuges – ein Jaguar F-TYPE 400 SPORT AWD – nicht vorenthalten bleiben:

  • Leistung: launige 400 PS (294 kW)
  • Drehmoment: kraftvolle 460 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: flotte 275 Kmh
  • Beschleunigung: 0-100 Kmh in rasanten
    5,1 Sekunden
  • Test-Verbrauch: zwischen asketischen 8,5 und unmäßigen 28,5 Liter feinstem Treibstoff auf 100 Km (ja, das ist einzig und alleine abhängig von der Fahrweise und dem Typen zwischen Lenkrad und Gaspedal!)
  • Preis des Test-Fahrzeuges: wohlfeile 133 Kilo-Euronen

SONDERmodell

Der Jaguar F-TYPE 400 SPORT ist übriegens ein SONDERmodell. Erstens, weil es rundum ein beSONDERer Sportwagen ist und zweitens, weil die Produktion limitiert ist – nicht auf eine bestimmte Stückzahl (400 Stück täten sich doch glatt anbiedern), sondern die Produktion stoppt nach exakt 12 Monaten.

 

Und weil es mir grad so in den Sinn kommt – ein altes, traditionelles chinesisches Gedicht aus unbekannter Quelle zum Abschluss:

Der ferd had fier beiner
an jede seite einer
und hatt er mal keiner
umfallt.

In diesem Sinne geben Sie acht, dass Ihr Jaguar immer alle vier Räder dran hat. Sonst umfallt!

Text: Andreas Icha, Fotos: Andreas Icha

 


Responses

  1. […] Erlebnisbericht: Jaguar F-Type 400 Sport AWD […]


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