Verfasst von: Andreas Icha | 2. August 2015

Buchempfehlung: ‚Friss oder Stirb‘ von Clemens G. Arvay

Andreas Icha 2015 - freier JournalistGerne empfehle ich hier ein Buch, das mir die Augen im Zusammenhang mit der Produktion BIO-Lebensmitteln für große Supermarkt-Konzerne und Discounter ein Stück weiter geöffnet hat.

Ich danke Clemens G. Arvay für seine Recherchen und dass er diese in seinem Buch ‚Friss oder Stirb‘ so geschrieben hat, dass viele Zusammenhänge auch für Laien verständlich dargestellt werden. Der Untertitel des Buches lautet ‚Wie wir den Machthunger der Lebensmittelkonzerne brechen und uns besser ernähren können‘. Es werden nicht nur Missstände aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze beschrieben!

Das Buch beantwortet viele, teilweise sehr brennende Fragen. Einige davon habe ich hier angeführt.

  • Wie sehen Hühnerställe aus, in denen gesetzeskonform und gemäß den EU-Richtlinien BIO-Hennen BIO-Eier für die großen Supermarkt-Konzerne und Discounter produzieren?
  • Warum wollen Produzenten von BIO-Hühnern und BIO-Eiern oftmals nicht, dass die Konsumenten sehen, wie diese BIO-Lebensmittel produziert werden?
  • Wie nahe stehen sich manchmal Produzenten, Verbände und Zertifizierer in der Lebensmittel-Industrie (auch im BIO-Bereich)?
  • Wie sehen die EU-Richtlinien für biologische Landwirtschaft im Bezug auf die Produktion von BIO-Eiern aus?
  • Weshalb werden die bei der Produktion von BIO-Eiern geforderten Auslaufzonen für Legehennen zwar angelegt aber nur von ca. 10 Prozent des Geflügels angenommen?
  • Was sind mobile Einzelställe bei der Hühnerhaltung und welche Vorteile bieten diese?
  • Was sind ‚Designer-Hühner‘ (Hybride) eigentlich und was spricht gegen deren Verwendung?
  • Kommen die leistungsoptimierten ‚Designer-Hühner‘ auch im Öko-Landbau zum Einsatz und ist das erlaubt?
  • Warum werden die jungen Hähne auch in der BIO-Massenproduktion am ersten Tag Ihres Lebens getötet (z.B. mit Rotationsmessern oder durch Vergasung)?
  • Erlauben BIO-Verbände die Fließbandproduktion von Küken, den Einsatz von Hochleistungs-Züchtungen und die industrielle Geflügelschlachtung?
  • Wie sehen die Produktions-Ketten in der EU bei Hühnereiern und Mast-Geflügel aus?
  • Warum kommen bei 90 % der BIO-Puten Antibiotika zum Einsatz?
  • Welche Rahmenbedingungen gelten bei den großen Supermarkt-Konzernen und Discountern, sowohl bei der konventionellen als auch bei der biologischen Produktion?
  • Wem dienen die Qualitiätskontrollen in der Produktion von BIO-Lebensmitteln bei den großen Supermarkt-Konzernen und Discountern?
  • Was geschieht mit aussortierter Ware, die den Qualitätskriterien der großen Supermarkt-Konzerne und Discounter nicht gerecht werden (Größe von Äpfel, Aussehen von Erdäpfeln oder Karotten, etc.)?
  • Warum bieten die großen Supermarkt-Konzerne und Discounter BIO-Lebensmittel an?
  • Weshalb vertragen manche Menschen BIO-Äpfel aus dem Supermarkt nicht, Äpfel aus dem eigenen Garten jedoch schon?
  • Ist die EU mit ihren Richtlinien und Normen schuld daran, wie BIO-Lebensmitteln produziert werden?
  • Wie kann es sein, dass z.B. BIO-Tomaten in Supermärkten nicht aus BIO-Saatgut produziert werden?
  • Werden in der biologischen Produktion für die großen Supermarkt-Ketten und Discounter mehrheitlich samenfeste Sorten oder Hybrid-Saatgut verwendet?
  • Was ist eigentlich Hybrid-Saatgut (im Vergleich zu samenfesten Sorten)?
  • Warum wird der Einsatz von Hybrid-Saatgut problematisch gesehen?
  • Inwieweit kann den Werbeaussagen der Lebensmittel-Konzerne vor allem in Bezug auf BIO-Produkte getraut werden?
  • Wie unterscheidet sich die Produktion von BIO-Produkten bei den großen Supermarkt-Konzernen und Discountern?
  • Wie sieht der tierfreundliche(?) Prozess der BIO-Hühnerschlachtung im legalen Rahmen aus?
  • Wie gehen große Supermarkt-Konzerne mit ‚biologischen Ursprungsgarantien‘ um?
  • Wie sehen positive Beispiele artgerechter Hühner- und Putenhaltung aus?
  • Welche ökonomischen Vorteile bringt die artgerechte Tierhaltung mit sich (abgesehen vom vermiedenen Leid der Tiere)?
  • Was ist der Unterschied zwischen Zweinutzungs- und Hybrid-Hühnern und warum ist der Einsatz von Zweinutzungs-Hühnern vorteilhafter?

  • Die Vermarktung über Bio-Kisten ist ein bereits etabliertes Konzept. Welche Arten gibt es?
  • Wie lassen sich unterschiedliche Konzepte wie z.B. Streuobstwiesen, Mischkulturen, mobile Hühnerstall-Einheiten, etc. erfolgreich kombinieren?
  • Welche Auswirkungen hat der Kauf von Bio-Gemüse bei den großen Supermarkt-Ketten oder Discountern und was passiert im Gegensatz dazu, wenn wir das Gemüse bei regionalen Anbietern kaufen?
  • Was bedeutet ‚kleinstrukturierte Landwirtschaft‘, wie funktioniert das in der Praxis und worin liegt der Unterschied zur industriellen Landwirtschaft?
  • Was passiert mit den Teilen der geschlachteten Geflügel, die in Europa niemand haben will (von den verarbeiteten Tieren wird hauptsächlich das Brustfleisch verwendet)?
  • Wie kommt es, dass der Überschuss in der Geflügel-Produktion in Europa die lokalen Landwirte in Afrika gefährdet?
  • Wie sehen (bereits umgesetzte) Konzepte aus, Rindern eine stressfreie Schlachtsituation zu bieten?
  • Welche dezentralen Vermarktungskanäle gibt es bereits für ein dezentrales Lebensmittel-Versorgungssystem?
  • Warum werden die großen Supermarkt-Konzerne und Discounter die Menschheit nicht nachhaltig ernähren können (wie sie es versprechen)?
  • Welche Rolle und Macht haben wir als mündige Konsumenten?
  • Wer bestimmt, wo wir unsere (Bio-)Lebensmittel einkaufen?
  • Was bedeuten die Begriffe ‚Ernährungssouveränität‘ und ‚Lebensmitteldemokratie‘ und warum ist das für eine nachhaltige Nahrungsversorgung so wichtig?
  • Wie sieht das Konzept der ’solidarischen Landwirtschaft‘ aus und wo wird es beispielsweise bereits gelebt?
  • Wo bekomme ich Unterstützung, wenn ich in meiner Region ein neues Projekt zur solidarischen Landwirtschaft starten möchte?
  • Wie kann ich mich selbst mit Lebensmitteln versorgen?
  • Wenn wir bei unserer Ernährung nicht von der Macht der Lebensmittel-Konzerne abhängig sein wollen. Wie können wir diese Macht brechen und uns besser ernähren?

Infos zu Clemens G. Arvay: www.cgarvay.wordpress.com

Text und Fotos: Andreas Icha

 


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